
In diesem stilisierten, fast poetischen Drama sitzt der junge Edelmann Claudio allein in seinem Studierzimmer, während das Abendlicht die prächtigen Möbel und vergoldeten Verzierungen sanft beleuchtet. Gefangen zwischen philosophischen Betrachtungen über Sehnsucht, Natur und die Vergänglichkeit des Lebens und den leisen Geräuschen seiner Umgebung, lässt er sich von den Schatten der Vergangenheit und den lautlosen Stimmen des Todes umfassen. Die Szene ist durchzogen von eindringlichen Bildern – von alpinen Gipfeln über flüchtige Wolkenkränze bis hin zu kunstvollen Gemälden – die seine innere Zerrissenheit spiegeln.
Durch das Aufkommen des Dieners, der eine Lampe bringt, entsteht ein kurzer Kontrast zwischen äußerer Routine und Cláudios innerem Sturm. Seine monologischen Reflexionen über Liebe, Schmerz und das Unvermögen, sich in das Leben anderer einzufügen, erzeugen eine dichte, melancholisch‑intellektuelle Atmosphäre. Das Stück bleibt in diesem ersten Akt ein intensives Porträt einer Seele, die sich nach Sinn sehnt, während die Präsenz des Todes leise am Rande lauert.
Language
de
Duration
~27 minutes (25K characters)
Publisher of text edition
Project Gutenberg
Credits
Produced by Norbert H. Langkau, Jana Srna and the Online Distributed Proofreading Team at https://www.pgdp.net
Release date
2010-03-31
Rights
Public domain in the USA.
Subjects

1874–1929
A brilliant voice of fin-de-siècle Vienna, he became famous very young and went on to shape modern Austrian literature and opera. His writing moves easily between poetry, drama, essays, and libretti, often blending beauty, reflection, and psychological depth.
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