
Die Schlacht bei Sempach
Ein heißer Sommertag lässt die staubbedeckte Landstraße im Licht der Sonne glitzern, während ein dröhnender Heerzug in die Luzerner Umgebung einzieht. Die glänzenden Rüstungen, das bunte Spiel von Pferden und das leise Lachen der Ritter erzeugen eine fast märchenhafte Szenerie, doch hinter dem fröhlichen Wortgefecht schwingt ein leichtes Unbehagen mit. Zwischen den speisen, dem Wein und den lockeren Geschichten entsteht ein Gefühl von Zeit, die stillzustehen scheint, obwohl die Kriegstrommel bereits im Hintergrund anklingt.
Inmitten dieses farbenfrohen Treibens steht ein einzelner Reiter, der Herzog Leopold von Österreich, in einer tiefschwarzen Rüstung mit goldenen Verzierungen. Sein nachdenkliches, fast bedrückendes Lächeln hebt sich von der heiteren Menge ab und wirft einen Schatten über die scheinbare Leichtigkeit des Marsches. An einem einsamen Ort nahe Sempach hält das Heer, die Luft ist von einer bedrückenden Stille durchdrungen, und das Unbehagen wächst – ein Vorbote dessen, was aus der scheinbaren Farce bald ein ernstes Gefecht werden könnte.
Language
de
Duration
~16 minutes (15K characters)
Publisher of text edition
Project Gutenberg
Release date
Nov 30, 2012
Rights
Public domain in the USA.

1878–1956
A quietly original Swiss writer, he turned ordinary walks, jobs, and small encounters into prose that feels light on the surface and deeply strange underneath. Though little recognized for much of his life, he is now widely seen as one of the essential voices of modern German-language literature.
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